In der Schweiz herrscht seit dem Frühling 2026 eine ausgeprägte Trockenheit. Niederschläge blieben deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt. Gleichzeitig lagen die Temperaturen häufig über den üblichen Werten für die Jahreszeit. Die Auswirkungen zeigen sich unter anderem in komplett ausgetrockneten Böden. Vielerorts haben sich die Rasengräser von Grün in Braun verfärbt.
Das Ungras Poa annua war oft das erste, das aufgrund der flachgründigen Wurzeln komplett abgestorben ist. Gut zu beobachten ist, dass an vielen Stellen nur noch Lolium perenne überlebt hat (aktuell gut durch seine Ähren zu erkennen). Die Folge sind grossflächig abgestorbene Grasnarben.
Das Ungras Poa annua hat vor dem Absterben noch sogenannte «Notblüten» produziert und bis zu 100 Samen pro Pflanze in die Grasnarbe verstreut. Wird jetzt zu spät gehandelt, kann sich die Fläche an Poa annua verdoppeln. Die Rasenfläche wird durch Poa annua zwar wieder grün, doch die Qualität und die Scherfestigkeit der Grasnarbe verschlechtert sich dadurch.
Schritt-für-Schritt Anleitung bei Trockenheit
1. Entfernen aller abgestorbenen Graspflanzen und eventuell Filz.
Besprechen Sie mit unserem Fachberater bei Ihnen vor Ort, welche Massnahmen auf Ihrer Anlage dazu notwendig sind.
- Bei leichten Vertrocknungen und unverfilzten Grasnarben kann doppeltes Striegeln ausreichen, um die abgestorbenen Gräser aus der Grasnarbe zu lösen
- Bei stärkeren Vertrocknungen in Kombination mit Rasenfilz wird ein Vertikutieren der Rasenfläche unumgänglich
2. Aerifizieren wäre ratsam
Aufgrund der meist tiefgründigen Austrocknung sind die Böden verhärtet. Bei Niederschlägen besteht die Gefahr, dass ein Teil des jetzt kostbaren Niederschlagswasser oberflächlich abfliesst. Das Aerifizieren hilft, damit Luft und Wasser in den Boden gelangen kann.
3. Überprüfen der wasserabweisenden Eigenschaften
Kontrollieren Sie gemeinsam mit unserem Fachberater die Eigenschaften der Rasentragschicht. Es ist von grösster Wichtigkeit, dass der Boden Wasser aufnimmt. Bei einem wasserabweisenden Boden wird sich die Rasenfläche auch dann nicht optimal regenerieren, wenn sie Wasser erhält. Wasserabweisender Boden entsteht während heisser und trockener Perioden wie sie aktuell vorherrschen. Dadurch kann das Wasser nicht mehr in den Boden eindringen und erreicht die Wurzeln nicht. Daher sollten zunächst die wasserabweisenden Eigenschaften behoben werden.
4. Auswahl der richtigen Gräsermischung
Wir würden in der jetzigen Situation eine unserer Fairway-Nachsaaten mit einem hohen Anteil an Lolium perenne empfehlen. Lolium perenne hat in diesem Hitzesommer bewiesen, dass es nicht nur Trockenheit, sondern auch Hitze von allen Rasengräsern am besten überstehen kann. In unseren Mischungen verwenden wir dazu extra Lolium perenne oder tetraploide Lolium perenne-Sorten, die sich auch bei Trockenheit bewährt haben. Ein weiterer Vorteil von Lolium perenne ist die schnelle Keimung. Dadurch werden die jetzt entstandenen Lücken schnell geschlossen und der Ausbreitung von Poa annua wird entgegengewirkt.
Vorteile der Schlitznachsaat
Die Schlitz-Nachsaattechnik zeichnet sich durch ein Doppelscheibensystem aus, das den Rasen exakt einschlitzt, die Grassamen in optimaler Tiefe im Boden ablegt und durch anschliessendes Andrücken eine Keimrate von bis zu 96 % erreicht – ohne die bestehende Grasnarbe grossflächig zu zerstören. Die Schlitznachsaat ist bei Trockenheit im Vergleich zu anderen Systemen von Vorteil, weil das Rasensaatgut 1 bis 2 Zentimeter tief in den Boden abgelegt wird. Dies sichert einen intensiven Bodenschluss, schützt die Samen vor dem Austrocknen an der Oberfläche und ermöglicht einen kapillaren Wasseraufstieg aus dem Boden, wodurch die Keimung deutlich sicherer gelingt als bei einer oberflächlichen Aussaat. Gerade in diesem Hitzesommer ist eine sichere Keimung des Rasensaatgutes entscheidend. Eine schnelle Keimung fördert die Etablierung der gewünschten Rasengräser und wirkt der Ausbreitung von Poa annua entgegen. Das im Schlitzverfahren gesäte Saatgut ist im Gegensatz zum oben aufliegenden Poa annua-Samen vor Austrocknung im Boden geschützt.
Zögern Sie nicht und nehmen Sie Kontakt mit uns auf! Daniel Grossmann steht Ihnen unter der Telefonnummer 079 244 09 09 sehr gerne zur Verfügung, um so die Qualität Ihres Golfplatzes langfristig zu sichern. Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung.
Freundliche Grüsse
Ihr Team von SWISS GREEN